(Wieder) In Bewegung kommen: Sport in den Pflegealltag integrieren

„Nach Feierabend kommen die Pflegemitarbeiter:innen zu mir in den Fitnessraum. Dann stellen sie sich auf, wie im klassischen Ballett, und wir machen kleine Übungen zum Aufrichten des Körpers. Sie sollen sich wie Königinnen fühlen und nach dem Arbeitstag erhobenen Hauptes nach Hause gehen.“

Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die Kirstin Poeck den Mitarbeiter:innen der Libento Seniorenresidenz Wuppertal mit auf den Weg gibt, kleine Übungen, Hinweise, Achtsamkeiten dem eigenen Körper gegenüber. „Schon dadurch fühlen sich die Menschen sehr viel besser.“ Hauptsächlich macht die Fitness- und Yogalehrerin Körperarbeit mit den Bewohner:innen. Doch die Freiräume dazwischen widmet sie den Kolleg:innen. „Ich frage: Habt Ihr Lust, was zu machen? Ganz schnell waren wir bei 15 Leuten, die sich um ihre Bewegung kümmern wollen.“

Kirstin Poeck führt Gespräche mit jedem einzelnen, schaut, welche Bewegung er oder sie gerne macht und welche gesundheitlichen Herausforderungen es gibt. Rücken ist eine häufige Baustelle in der Pflegebranche – ein paar regelmäßige Übungen helfen schon bei seiner Stärkung.

Zehn Minuten, manchmal zwanzig braucht Kirstin Poeck für den ersten „Bewegungsanstupser“, der aus dem Yoga-, aber auch aus dem Kardiobereich kommen kann. Gruppenangebote gibt es (noch) nicht, zunächst sollen die Mitarbeiter:innen die Lust an der Bewegung (wieder)finden. „Jeder hat viele Ressourcen in sich, die nur geweckt werden brauchen“, sagt sie. Ihre Hinweise und Übungen lassen sich alle in den Arbeitsalltag integrieren. Besonders toll findet sie, dass die Libentis inzwischen alleine in den Fitnessraum kommen, Übungen machen und sich dehnen. „Es macht Spaß, und jeder kann etwas für sich tun. Die Schwelle ist niedrig bei uns im Haus.“

 

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